Glossar erstellen: In 6 Schritten zur Firmenterminologie

Glossar erstellen leicht gemacht: Definition, 6-Schritte-Anleitung, Beispiel und Vorlage. Plus Tipps, wie dein Firmenglossar Übersetzungen konsistent hält.

Sebastian Negovec Veröffentlicht am 29. Juli 2026 5 Min. Lesezeit
Aufgeschlagenes Wörterbuch neben einem Laptop auf einem hellen Schreibtisch
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Inhalt

Ein Glossar erklärt die Fachbegriffe eines Textes an einer zentralen Stelle. Wer ein Glossar erstellen will, braucht dafür kein Spezialwissen: Begriffe sammeln, kurz definieren, alphabetisch ordnen, fertig ist das kleine Nachschlagewerk. In diesem Ratgeber findest du die komplette Anleitung in 6 Schritten, ein Beispiel samt Vorlage und dazu den Teil, den die meisten Anleitungen auslassen: wie du aus dem Glossar eine Firmenterminologie machst, die deine Übersetzungen in allen Sprachen konsistent hält. Der Weg ist derselbe, egal ob du für eine Abschlussarbeit oder für dein Unternehmen schreibst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Glossar ist eine alphabetisch sortierte Liste erklärungsbedürftiger Begriffe mit kurzen Definitionen.
  • Die 6 Schritte: Begriffe sammeln, Definitionen recherchieren, Einträge formulieren, Quellen festhalten, von A bis Z sortieren, Format festlegen und freigeben.
  • Abkürzungen gehören nicht ins Glossar, sondern in ein eigenes Abkürzungsverzeichnis.
  • Für Unternehmen wird das Glossar zur mehrsprachigen Terminologiedatenbank und sichert konsistente Übersetzungen.
  • In KI-Übersetzungstools wie LANI fließen deine freigegebenen Begriffe automatisch in jede Übersetzung ein.

Was ist ein Glossar?

Ein Glossar ist eine Liste aller Begriffe, die Lesende ohne Vorwissen nicht verstehen, jeweils mit einer kurzen Erklärung. Die klassische Glossar-Definition beschreibt also ein kleines Wörterbuch, das sich nur auf einen bestimmten Text oder ein bestimmtes Unternehmen bezieht. Typische Kandidaten sind Fachbegriffe, Fremdwörter wie gängige englische Fachbegriffe, Eigennamen und firmenspezifische Produktbezeichnungen.

Das Glossar erfüllt dabei drei Aufgaben: Es macht Texte für Laien verständlich, es sorgt für Einheitlichkeit, weil alle dieselbe Definition verwenden, und es schafft Transparenz, weil festgehalten ist, woher eine Definition stammt. Damit Begriffe schnell auffindbar sind, wird die Liste alphabetisch sortiert.

Wichtig ist die Abgrenzung zu ähnlichen Verzeichnissen: Abkürzungen wie „z. B.“ oder „DSGVO“ gehören ins Abkürzungsverzeichnis, nicht ins Glossar. Und im Übersetzungsumfeld gibt es mit Terminologiedatenbank und Translation Memory zwei Werkzeuge, die oft verwechselt werden. Die Tabelle zeigt die Unterschiede.

Verzeichnis Inhalt Zweck
Glossar Erklärungsbedürftige Begriffe mit Definition oder Übersetzung Begriffe verständlich machen
Abkürzungsverzeichnis Abkürzungen mit ausgeschriebener Form Kurzformen auflösen
Terminologiedatenbank Glossar im Übersetzungskontext, oft mehrsprachig mit Kontext und Status Terminologie in allen Sprachen konsistent halten
Translation Memory Ganze übersetzte Satzpaare Bereits Übersetztes wiederverwenden
Handschriftliche Begriffsliste in einem aufgeschlagenen Notizbuch neben einem Füller
Eine Begriffsliste beginnt oft ganz einfach: Begriff links, Erklärung rechts. Foto: Aaron Burden / Unsplash

Glossar erstellen in 6 Schritten

So gehst du beim Glossar erstellen systematisch vor. Die Schritte funktionieren für die Bachelorarbeit genauso wie für das Firmenglossar, nur die Beteiligten ändern sich.

1. Begriffe sammeln

Geh deinen Text oder deine Unternehmensinhalte systematisch durch und notiere alle Fachbegriffe, Fremdwörter und Eigennamen, die nicht selbsterklärend sind. Bei Namen aus anderen Schriften hilft zusätzlich die Transliteration bei einheitlichen Schreibweisen. Im Unternehmen lohnt der Blick in bestehende Dokumente: Website, Produktblätter, Verträge und bisherige Übersetzungen liefern die Kandidaten fast von selbst.

2. Definitionen recherchieren

Such für jeden Begriff eine präzise, fachlich korrekte Definition, etwa aus Fachliteratur oder internen Quellen. Gibt es mehrere Bedeutungen, entscheide dich für die Version, die zu deinem Kontext passt, und halte diese Entscheidung fest.

3. Einträge kurz und einheitlich formulieren

Formuliere jede Erklärung in wenigen Zeilen und ohne zusätzlichen Fachjargon. Alle Einträge sollten demselben Muster folgen, damit das Verzeichnis ruhig und professionell wirkt.

4. Quellen und Verantwortliche festhalten

Übernommene Definitionen brauchen eine Quellenangabe, in wissenschaftlichen Arbeiten zwingend im gewählten Zitierstil. Im Firmenglossar hältst du zusätzlich fest, wer einen Eintrag vorgeschlagen und wer ihn freigegeben hat.

5. Alphabetisch sortieren

Ordne alle Begriffe von A bis Z, so findet jeder einen Eintrag in Sekunden. Prüfe dabei gleich auf Dubletten und streiche Begriffe, die allgemein bekannt sind.

6. Format festlegen und freigeben

Wähl ein einheitliches Format, bewährt ist die zweispaltige Tabelle mit Begriff links und Erklärung rechts. In wissenschaftlichen Arbeiten setzt du erklärte Begriffe bei der ersten Nennung kursiv. Im Unternehmen folgt jetzt die Freigabe durch eine fachkundige Person, erst dann gilt ein Eintrag als verbindlich.

  • Alle unklaren Begriffe erfasst und definiert
  • Keine Abkürzungen im Glossar
  • Begriffe von A bis Z sortiert und frei von Dubletten
  • Quellen und Freigaben dokumentiert

Glossar-Beispiel und Vorlage

Ein kurzes Glossar-Beispiel zeigt, wie wenig es braucht: Begriff links, Erklärung rechts, fertig. Genau diese Tabelle kannst du als Glossar-Vorlage übernehmen und beliebig erweitern.

Begriff Definition
Fachterminologie Die Gesamtheit der Fachausdrücke eines Fachgebiets oder Unternehmens
Lokalisierung Anpassung von Inhalten an Sprache und Kultur eines Zielmarkts
Translation Memory Datenbank, die übersetzte Sätze speichert und wiederverwendet
Zielsprache Die Sprache, in die ein Text übersetzt wird

Für den Firmeneinsatz erweiterst du die Vorlage um weitere Spalten: eine Spalte je Zielsprache mit der freigegebenen Übersetzung, dazu Status und Anmerkungen, etwa zu Begriffen, die bewusst nicht verwendet werden sollen. So wächst aus der einfachen Tabelle Schritt für Schritt deine Terminologiedatenbank.

Team bespricht gemeinsam Begriffe und Terminologie für das Firmenglossar
Firmenterminologie entsteht im Team – und wird von einer verantwortlichen Person freigegeben. Foto: Kaleidico / Unsplash

Firmenglossar für Übersetzungen: Terminologie im CAT- und KI-Workflow

Spätestens wenn dein Unternehmen in mehrere Sprachen übersetzt, wird das Glossar zum Steuerungsinstrument. Ohne festgelegte Terminologie übersetzt jede Person und jedes Tool denselben Fachbegriff anders. Ein gepflegtes Firmenglossar legt pro Begriff die freigegebene Übersetzung je Zielsprache fest, inklusive No-Go-Begriffen, die nie erscheinen dürfen.

Der entscheidende Schritt ist die Einbindung in den Übersetzungsworkflow. In einem CAT-Tool wird dein Glossar als Terminologiedatenbank hinterlegt und bei jeder Übersetzung automatisch angewendet. In LANI, dem KI-Übersetzungstool von ALLESPRACHEN, pflegst du dein Glossar als Sprachressource: Die KI berücksichtigt deine freigegebenen Begriffe bei jeder Übersetzung von selbst, statt dass jemand sie nachträglich korrigiert.

Dauerhaft funktioniert das mit einem klaren Freigabeprozess, einer verantwortlichen Person für neue Vorschläge und regelmäßiger Pflege, weil mit neuen Produkten auch neue Begriffe entstehen.

Tipp

Starte nicht bei null: Aus bestehenden Übersetzungen lassen sich die wichtigsten Begriffe samt bereits verwendeter Übersetzung extrahieren. So steht die erste Version deines Firmenglossars oft nach wenigen Stunden.

Fazit: Kleines Verzeichnis, großer Hebel

Ein Glossar zu erstellen kostet wenig Zeit und bringt viel: verständliche Texte, einheitliche Begriffe und im Unternehmen eine Terminologie, die in jeder Sprache konsistent bleibt. Die 6 Schritte bleiben immer gleich: sammeln, definieren, formulieren, belegen, sortieren, freigeben. Wer seine Inhalte übersetzen lässt, macht aus dem Glossar am besten gleich eine Terminologiedatenbank im Übersetzungstool, dann arbeitet jede Übersetzung automatisch mit den richtigen Begriffen.

Häufige Fragen

Was ist ein Glossar?

Ein Glossar ist eine meist alphabetisch sortierte Liste erklärungsbedürftiger Begriffe mit kurzen Definitionen. Es bezieht sich auf einen bestimmten Text oder ein Unternehmen und hilft Lesenden, Fachbegriffe schnell nachzuschlagen.

Wann brauche ich ein Glossar?

Sobald ein Text viele Fachausdrücke, Fremdwörter oder Eigennamen enthält, die Lesende ohne Vorwissen nicht verstehen. In Unternehmen lohnt es sich zusätzlich, sobald mehrere Personen oder Sprachen an denselben Inhalten arbeiten.

Was gehört in ein Glossar und was nicht?

Hinein gehören Fachausdrücke, Fremdwörter, Eigennamen und firmenspezifische Begriffe mit kurzer Definition. Nicht hinein gehören Abkürzungen, die stehen im Abkürzungsverzeichnis, und allgemein bekannte Wörter.

Wo wird das Glossar platziert?

In wissenschaftlichen Arbeiten meist am Anfang nach dem Inhaltsverzeichnis oder am Ende vor dem Literaturverzeichnis. Ein Firmenglossar lebt am besten zentral, zum Beispiel als Terminologiedatenbank im Übersetzungstool, damit alle mit demselben Stand arbeiten.

Was ist der Unterschied zwischen Glossar, Terminologiedatenbank und Translation Memory?

Ein Glossar erklärt einzelne Begriffe. Eine Terminologiedatenbank ist die mehrsprachige Ausbaustufe davon, oft mit Kontext und Freigaben. Ein Translation Memory speichert dagegen ganze übersetzte Sätze zur Wiederverwendung.

Kann ich ein Glossar mit KI erstellen?

Ja, KI-Tools liefern brauchbare Definitionsentwürfe für deine Begriffsliste. Prüfe die Ergebnisse aber immer fachlich, bevor sie übernommen werden. In KI-Übersetzungstools wie LANI wird das geprüfte Glossar danach automatisch bei jeder Übersetzung angewendet.

Sebastian Negovec
Über den Autor

Sebastian Negovec

UX & Marketing

Verantwortlich für UX-Design und Marketingstrategie bei ALLESPRACHEN. Sebastian sorgt dafür, dass LANI nicht nur leistungsstark ist, sondern sich auch intuitiv und angenehm bedienen lässt.

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