Die wichtige Mail an den Kunden steht, aber sie klingt holprig? Genau dafür gibt es DeepL Write: Der KI-Schreibassistent der DeepL SE aus Köln korrigiert und verbessert bestehende Texte, statt neue zu generieren. In diesem Test erfährst du, was das Tool kann, was es kostet, wie es sich von ChatGPT unterscheidet und wo seine Grenzen liegen. Und du erfährst, wann du statt einer Schreib-KI besser einen spezialisierten AI-Übersetzer einsetzt.
Das Wichtigste in Kürze
- DeepL Write ist ein KI-Schreibassistent, der bestehende Texte in Grammatik, Rechtschreibung, Stil und Ton verbessert. Neue Texte erzeugt er nicht.
- Die Basisversion ist kostenlos und ohne Registrierung nutzbar. DeepL Write Pro bietet unbegrenzte Zeichen, Stilregeln und Team-Funktionen.
- Im Unterschied zu ChatGPT bekommst du Vorschläge direkt im Text statt über Prompts. Eingaben werden laut DeepL nicht gespeichert.
- Für einzelne Texte reicht die Schreib-KI. Für mehrsprachige Inhalte mit Terminologie und Qualitätssicherung brauchst du eine spezialisierte Übersetzungs-KI.
Was ist DeepL Write?
DeepL Write ist ein KI-Schreibassistent, der deine Texte innerhalb einer Sprache überarbeitet: Er korrigiert Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung und schlägt bessere Formulierungen, Satzstrukturen und Synonyme vor. Anders als ein Textgenerator schreibt das Tool keine Inhalte aus dem Nichts. Du lieferst den Rohtext, die KI macht ihn klarer, präziser und flüssiger.
Hinter dem Tool steht die DeepL SE aus Köln, die mit ihrem Übersetzer bekannt wurde. Den Schreibassistenten stellte das Unternehmen im Januar 2023 vor, seit April 2024 gibt es die Pro-Version. Gestartet ist das Tool mit Deutsch und Englisch. Die Technische Hochschule Augsburg führt in ihrer Tool-Übersicht inzwischen auch Französisch und Spanisch auf. Der Unterschied zu DeepL Translate ist schnell erklärt: Der Übersetzer leistet klassische maschinelle Übersetzung und überträgt Texte in eine andere Sprache, der Schreibassistent verbessert sie in derselben Sprache. Wer viel mit DeepL schreiben und übersetzen will, kann beide Tools kombinieren.
Diese Funktionen bietet der KI-Schreibassistent
Die Bedienung ist bewusst einfach gehalten. Du fügst deinen Text im Browser ein, der Assistent zeigt sofort eine überarbeitete Version an, und du übernimmst die Vorschläge per Klick oder verwirfst sie. Ein Klick auf ein Wort öffnet Synonyme, ein Klick auf einen Satz liefert alternative Formulierungen. So kannst du Texte gezielt umschreiben lassen, ohne die Kontrolle abzugeben.
Der Funktionsumfang im Überblick:
- Automatische Korrektur von Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehlern
- Umformulieren ganzer Sätze für mehr Klarheit und Lesbarkeit
- Schreibstil wählbar: einfach, geschäftlich, akademisch oder locker
- Ton anpassbar: enthusiastisch, freundlich, souverän oder diplomatisch
- Wort- und Satzalternativen per Klick, formelle oder informelle Anrede
Gerade die Stil- und Tonoptionen machen den Unterschied zu klassischen Korrekturprogrammen: Dieselbe Passage klingt auf Wunsch akademisch nüchtern oder locker und persönlich. In der kostenlosen Version ist der Umfang pro Durchgang begrenzt, PCS Campus nannte 2024 rund 2.000 Zeichen pro Durchlauf. Längere Texte teilst du also am besten in Abschnitte auf.
DeepL Rechtschreibprüfung: funktioniert das?
Eine klassische Rechtschreibprüfung mit roten Unterstreichungen bietet das Tool nicht. Fehler verschwinden stattdessen beim Umformulieren: Die DeepL Rechtschreibprüfung läuft quasi nebenbei, weil die korrigierte Fassung Tippfehler, Kommafehler und Grammatikschnitzer automatisch beseitigt. Wer nur Fehler beheben will, wählt den Modus, der ausschließlich korrigiert und nichts umformuliert. Für eine reine Fehlerkontrolle mit Erklärungen zu jeder Regel sind spezialisierte Tools wie LanguageTool die passendere Wahl.
DeepL Write Pro: Preise und Unterschiede zur Gratis-Version
Für Gelegenheitsnutzer reicht die kostenlose Version meist aus. DeepL Write Pro richtet sich an Vielschreiber und Teams: Es ist laut Hersteller das erste DeepL-Produkt auf Basis eigener Large Language Models und ergänzt unbegrenzte Zeichen, individuelle Stilregeln und Verwaltungsfunktionen. Zum Start im April 2024 nannte die Computerwoche 10 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlung und 15 Euro bei monatlicher Abrechnung. Die Preise variieren je nach Region und können sich ändern, prüfe deshalb die aktuelle Preisseite von DeepL.
| Merkmal | DeepL Write (kostenlos) | DeepL Write Pro |
|---|---|---|
| Registrierung | nicht erforderlich | erforderlich |
| Zeichenumfang | begrenzt pro Durchgang | unbegrenzt |
| Stil und Ton | Basisoptionen | zusätzlich eigene Stilregeln |
| Datenschutz | keine Speicherung der Texte | Löschung sofort nach Verarbeitung |
| Team-Funktionen | keine | Team-Administration, SSO für größere Teams |
| Preis | 0 Euro | laut Computerwoche ab 10 Euro pro Monat (Stand 04/2024) |
DeepL Write oder ChatGPT: Was ist besser zum Textverbessern?
Die Kurzantwort: Das Kölner Tool ist der Spezialist fürs Verbessern, ChatGPT der Generalist fürs Erzeugen. Der Schreibassistent nimmt deinen fertigen Text und liefert ohne Umwege eine sprachlich sauberere Version, bei der deine eigene Stimme erhalten bleibt. ChatGPT braucht dafür einen Prompt, kann dabei aber weit mehr: Texte zusammenfassen, neu schreiben, gliedern oder in andere Formate bringen – und wer will, kann auch mit ChatGPT übersetzen. Dafür hängt das Ergebnis stark davon ab, wie präzise du deine Anweisung formulierst – gutes LLM-Prompting entscheidet hier über die Qualität. Ob ChatGPT auch als KI-Lektor taugt, hängt stark vom Prompt ab; spezialisierte Lektorats-Tools dokumentieren Änderungen nachvollziehbarer.
| Kriterium | DeepL Write | ChatGPT |
|---|---|---|
| Zweck | bestehende Texte verbessern | neue Texte generieren und bearbeiten |
| Bedienung | Text einfügen, Vorschläge übernehmen | Chat-Dialog mit Prompts |
| Sprachen | Deutsch, Englisch und weitere | sehr viele Sprachen |
| Datenschutz | keine Speicherung, DSGVO-konform nutzbar | abhängig von Konto und Einstellungen |
| Zugang | im Browser ohne Konto | Konto erforderlich |
Beim Datenschutz punktet der Kölner Anbieter: Eingaben werden nicht gespeichert und die Verarbeitung läuft in eigenen Rechenzentren mit TLS-Verschlüsselung. Bei generativen KI-Tools hängt der Umgang mit deinen Daten dagegen von Konto-Typ und Einstellungen ab. Für sensible Geschäftstexte ist das ein echtes Argument. Wer dagegen Ideen, Rohfassungen oder ganze Entwürfe braucht, kommt an einem generativen Tool nicht vorbei. Welche sich im Marketing bewähren, zeigt unser Vergleich der KI-Tools im Marketing. In der Praxis ergänzen sich beide: erst generieren oder selbst schreiben, dann mit dem Schreibassistenten glätten.
Grenzen von DeepL Write und Alternativen
So praktisch das Tool ist, seine Grenzen solltest du kennen. Es erstellt keine Inhalte, es braucht immer deinen Rohtext. Beim Umformulieren kann sich der Sinn eines Satzes leicht verschieben, weshalb du jeden Vorschlag prüfen solltest. Die Sprachauswahl bleibt überschaubar, und eine eigene Mobile-App fehlt, dafür gibt es Browser-Erweiterungen für Chrome und Edge.
Tipp
Übernimm Vorschläge nie ungeprüft: Vergleiche Original und Vorschlag Satz für Satz und behalte Fachbegriffe im Blick, die die KI nicht kennen kann.
Als Alternativen werden meist Grammarly und LanguageTool genannt. Grammarly ist stark im Englischen, unterstützt Deutsch laut OMR Reviews aber nicht. LanguageTool deckt viele Sprachen ab, reicht stilistisch aber nicht an die Kölner Schreib-KI heran. Und wenn deine Texte in mehreren Sprachen erscheinen sollen? Dann stößt jeder Schreibassistent an seine Grenze. Für mehrsprachige Inhalte mit konsistenter Terminologie und Qualitätssicherung ist eine spezialisierte Übersetzungs-KI wie LANI die passende Lösung: unser eigenes KI-Übersetzungstool, das Übersetzen und Qualitätsprüfung in einem DSGVO-konformen Workflow verbindet.
Fazit: Für wen lohnt sich DeepL Write?
Für alle, die regelmäßig deutsche oder englische Texte schreiben, ist DeepL Write ein empfehlenswerter Helfer: kostenlos startklar, ohne Einarbeitung bedienbar und mit spürbarem Effekt auf Stil und Fehlerfreiheit. Vielschreiber und Teams profitieren von den Pro-Funktionen. Wer Texte generieren will, greift zu einem Textgenerator, und wer Inhalte mehrsprachig und terminologiesicher ausspielen muss, fährt mit einer spezialisierten Übersetzungs-KI besser. Am stärksten ist die Schreib-KI als letzter Schliff vor dem Absenden, etwa bei einer Bewerbung auf Englisch.